Die einfachste und schnellste Art, um Disziplin zu zerstören? Das Aufstellen unsinniger Regeln! Dazu mehr in unserem Post „Managst Du noch oder verbesserst Du schon? – Über die Bedeutung von Regeln im Produktionsumfeld“.

Will man Disziplin herstellen und gleichzeitig die allgemeine Motivation verbessern, sind mehrere Punkte zu beachten. So schaffen wir eine Kultur für Disziplin und Spaß an der Arbeit:

1. Sinnvolle Spielregeln: Was macht eine Regel zu einer sinnvollen Regel?

  • Das „Wieso?“ – Jede Regel sollte einem klaren Zweck dienen und den Grund für die Regel müssen alle kennen.
  • Klarheit – Regeln müssen einfach und schnell verständlich sein.
  • Vom Team für das Team – Am besten stellen wir Regeln zusammen mit den Mitarbeitern auf, die sich später an diese Regel halten sollen. Das stellt sicher, dass die Regeln unmissverständlich sind und nicht an der Realität vorbeigehen. Gleichzeitig entwickelt sich eine gute Kultur für Regelentwicklung (Standard Work). Dem Team ist klar: „Das sind unsere Regeln!“ und es fühlt sich automatisch verantwortlich für die Weiterentwicklung (Kontinuierliche Verbesserung). Der Verantwortliche sollte den Prozess moderieren.
  • Erprobung – Die wenigsten Regeln sind von Anfang an perfekt und fertig. Das muss bzw. sollte auch nicht sein. Ganz im Gegenteil: Werden Regeln zunächst pilotiert und anschließend gemeinsam schrittweise verbessert, schafft das Verständnis und hilft beim Managen und Aufsetzen weiterer Regeln.

2. Einen „Wächter“ für jede Regel  
Natürlich reicht es nicht, die Regeln nur zu haben. Ist die Arbeitskultur disziplinlos, bewirken sinnvolle Regeln allein noch keine sichere Verhaltensänderung. Die Menschen sind ja die gleichen, wie vorher und haben sich daran gewöhnt, nach eigenem Ermessen zu entscheiden. Sobald ihnen ein Weg an der Regel vorbei geschickter, schneller, einfacher oder bequemer erscheint, werden die Kollegen wieder in die alten Verhaltensweisen zurückfallen. Darum müssen wir beim Aufstellen der neuen Regeln sicherstellen, dass sie tatsächlich befolgt werden. Das ist „Disziplin“. Diese muss gut beobachtet werden. Der Wächter ist eine Teamleiter, ein Gruppenleiter oder ein Maschinenführer, der die Aufgabe hat, innerhalb der Gruppe darauf hinzuweisen, wenn eine Regel missachtet wird. Wichtig: Diese Rolle installieren wir gleichzeitig mit der Regel.

3.Gute Führung: Jeder Regel-Wächter braucht sichtbar jemanden, der ihm im Nacken sitzt  
Ganz häufig vergisst man, dass der Regel-Wächter mittags mit seinen Kollegen in Frieden seinen Kaffee trinken möchte. Schon darum braucht er einen offensichtlichen Zwang, die Einhaltung der Regeln auch einzufordern. Jemand mit Verantwortung und unabhängiger Kaffeepause muss dem Regel-Wächter im Nacken sitzen und darauf achten, dass er seiner Verantwortung nachkommt. Alle Beteiligten im Spiel müssen wissen, dass es bei Missachtung der Regeln Ärger gibt, und zwar im Zweifel mit dieser Führungs-Person. Fast noch wichtiger ist, dass auch diese Führungsperson bei den Beteiligten nachfragt, ob mit den Regeln sinnvoll gearbeitet werden kann: „Kann man gut arbeiten nach … oder haben Sie noch eine Verbesserungsidee?“ Was ist besser für alle Mitarbeiter, als für voll genommen zu werden, anstatt zu (blödsinnigen) Regeln gezwungen zu werden?

4. Kontinuierliche Verbesserung
Regeln, die heute gut sind, können morgen komplett sinnlos sein. Um also nicht wieder in Disziplinlosigkeit zu verfallen, müssen Verantwortlichkeiten und Prozesse funktionieren.

Übrigens, genau wie beim Fußball: Wenn alle nach den gleichen Regeln spielen und kein Schlaumeier sich drumherum schummeln kann, machen Leistung und Verbesserung allen Spielern viel mehr Spaß!

Sie haben Lust auf mehr Austausch und Input zum Thema Regeln, Disziplin und Shopfloor Management? Diskutieren Sie mit bei unserem nächsten Roundtable Input & Exchange – Shopfloor Management.

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